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Der Chihuahua

Der kleinste Hund der Welt

(Auszug aus "Enzyklopädie der Rassehunde geschrieben von Dr. h. c. Hans Räber)

(Hier gibt es sehr viel zu lesen, also nehmen Sie sich bitte Zeit)

 

Die kleine Statur des jetzigen Chihuahuas ist das Ergebnis einer gezielten Zuchtwahl auf extremen Zwergwuchs. Vermutlich waren die ursprünglichen Chihuahuas größer als ihre heutigen  Nachfahren, denn es ist eine Tatsache, dass ausgesprochene Zwergformen des Haushundes sich nur dann auf die Dauer zu halten vermögen, wenn ihnen eine intensive Pflege zuteil wird.

 

Der Standard fordert für den Chihuahua eine Wideristhöhe zwischen 18 und 23 cm und ein Gewicht von 2 - 3 Kilo, das Durchschnittsgewicht beträgt heute 1800 g, und auch das ist eigentlich schon die untere Grenze für einen gesunden und robusten Hund.

 

Die Standardmaße ergeben einen sehr kleinen Hund, und man hat einige Mühe, in ihm einen Abkömmling des Wolfes zu sehen. Doch menschliche Unvernunft lässt es oft nicht dabei bewenden, und so legt ab und zu ein Züchter seinen Stolz darein, Winzlinge von nur noch einem Pfund Körpergewicht zu züchten. Der kleinste bekannte Chihuahua wog ausgewachsen 539g und erreichte immerhin ein Alter von acht Jahren.

Dass diese Kreatürchen nur noch eine hauchdünne und zudem oft noch eine arg löchrige Schädeldecke aufweisen, dass sie schon an einer für normale Hunde mehr oder weniger belanglosen Infektion oder an einer leichten Darmstörung lebensgefährlich erkranken und oft kein hohes Alter erreichen, ficht diese Art von Zwergen wenig an. Kein Wunder, dass sich dann auch die Regenbogenpresse dieser Zwerge annimmt, und es fallen Ausdrücke wie "zu Krüppeln gezüchtet", was im speziellen Fall durchaus zutrifft, darüber hinaus aber die gesamte Rasse in Verruf bringt.

 

Zu Unrecht!

Ein Chihuahua mit einem Körpergewicht von 2 -3 Kilo ist ein robuster, lebenslustiger Hund. Er ist lebhaft,und wachsam und seinem menschlichen Begleiter treu ergeben. Trotz seiner Kleinheit muss er keineswegs verhätschelt werden, obwohl er sich solches durchaus gerne gefallen lässt - aber eine Notwendigkeit dazu besteht keinesweg. Der Chihuahua ist ein Hund und will als solcher behandelt werden.

 

In der Regel bevorzugen die Züchter zur Zucht etwas größere Hündinnen, die um die 2,5 . Kilo wiegen; bekannte amerikanische Züchter erzielten mit Hündinnen von 5 Kilo Körpergewicht hervorragende Ergebnisse. Dagegen bringt die Zucht mit den extrem kleinwüchsigen Hündinnen viele Schwierigkeiten.

 

Nach einer indianischen Legende begleitet der kleine Hund die Seele seines verstorbenen Herrn durch neun reissende Flüsse der Unterwelt bis zum Paradies. Das erfordert Unerschrockenheit und körperliche Leistungsfähigkeit - Eigenschaften, die der winzige Hund auch tatsächlich besitzt. Auch die Jagdinstinkte, die er von seinem Urahn Wolf geerbt hat, sind meistens noch durchaus vorhanden. Es gibt Chihuahuas, die geschickte Mäusejäger sind.

 

Es entspricht auch nicht der Wahrheit, wenn immer wieder behauptet wird, der Chihuahua sei gegenüber Kälte sehr empfindlich. In Wahrheit schadet ihm Kälte nicht, solange er sich bewegen kann. Es ist aber wichtig zu wissen, dass die wärmeabgebende Körperoberfläche bei einem kleinen Hund relativ viel größer ist als bei einem großen Hund. Das heißt, der Chihuahua braucht, bezogen auf sein Körpergewicht, weitmehr und gehaltvollere Nahrung als bespielsweise ein 80 Kilo schwerer Bernhardiner. Die Nahrung muss dem erhöhten Energiebedarf angepasst sein. Es kommt noch dazu, dass bei einem Zwerghund der Darmtrakt relativ kürzer ist als bei einem großen Hund, was eine schlechtere Futterverwertung zur Folge hat. Ein Chihuahua wird deshalb in der Regel häufiger Kot absetzen als ein großer Hund.

 

Diese kleinen Unterschiede müssen beachtet werden, soll der Chihuahua bis ins hohe Alter gesund bleiben, und ein hohes Alter erreicht er in der Regel. Über 15 Jahre alte Chihuahuas sind keine Seltenheit.

 

Kurzhaar und Langhaar

Heute wird der Chihuahua in einer Kurzhaarigen und einer langhaarigen Varietät gezüchtet, wobei ungefähr doppelt so viele Langhaar wie Kurzhaar in die Zuchtbücher eingetragen werden; eine Erscheinung, die nicht durchweg zu begrüßen ist, sind doch die kurzhaarigen Hunde in der Regel robuster als die langhaarigen. Manche Züchter vermuten, zum Heranzüchten des Langhaares seien Papillons und Zwergspitze eingekreuzt worden. Andere wieder vertreten die Meinung, es seien bereits um die Jahrhundertwende langhaarige Hunde von Mexico in die USA gekommen und verweisen dabei etwa auf den Rüden "Caranza", ein roter Langhaar-Rüde, der von einem Owen Wister aus Mexico in die USA gebracht worden ist. "Caranza" gilt als einer der wichtigsten Stammväter der Chihuahua-Zucht in den USA.

 

Latchman (zietiert in TH. Grey, The Chihuahua 1974) ein Spezialist für lateinamerikanische Hunde, beschreibt den Chihuahua der alten Azteken folgendermaßen: "Ein kleiner Hund mit einem sehr kleinen Kopf, kurzem, abfallendem Schwanz, gleichmäßigem Rumpf, gewölbten Lenden, reicher Haarpracht von gelblichem Aussehen und allgemein gewellt, hohem undrundem Schädel und kleiner Schnauze". Nach dieser Beschreibung müsste also der Vorfahre des heutigen Chihuahua ein langhaariger Zwerghund gewesen sein. Auf eine Einkreuzung anderer, langhaariger Rassen weisen dann allerdings die Papillon- und Zwergspitztypen hin, die auch heute noch immer wieder in den Chihuahua-Würfen fallen. Vor allem in Deutschland sollen in den fünfziger und sechziger Jahren ab und zu Papillons und Zwergspitze eingekreuzt worden sein, doch ab 1976 wurden die Langhaar und Kurzhaar auch hier getrennt und Würfe aus Kreuzungen zwischen Langhaar und Kurzhaar nicht mehr in die Zuchtbücher eingetragen.

 

Die FCI dagegen erlaubt seit 1984 wieder die Vermischung der beiden Haartypen, stellt es jedoch den Landesverbänden anheim, ob sie dies gestatten wollen oder nicht. Die ersten Eintragungen ins Zuchtbuch der A. K. C. (American Kennel Club) betreffen langhaarige Chihuahuas und alle Nachkommen der direkten Mexico-Importe sollen langhaarig gewesen sein.

 

Wenn also der ursprüngliche Chihuahua langhaarig gewesen war, so muss man sich fragen, woher dann  die kurzhaarigen gekommen sind. Auch dafür haben die Züchter ihre Erklärung. So meint zum Beispiel Hilary Harman (The complete Chihuahua 1955), zur Verbesserung des kurzhaarigen Typs seien unter anderem Manchaster Toy Terrier eingekreuzt worden. Sie schließt dies aus der Tatsache, dass ab und zu in den Kurzhaar-Würfen recht langschnäuzige Welpen mit keilförmigen Terrierköpfen auftauchen und rät strikt von der Weiterzucht mit derart untypischeen Hunden ab.

 

Die Streitfrage, ob der ursprüngliche Chihuahua aus Mexico kurz- oder langhaarig gewesen sei, ist ein "Steit um des Kaisers Bart". Primitivrassen in heißen Gegenden sind in der Regel kurzhaarig, während solche aus hoch gelegenen Gebieten mit großen Temperaturschwankungen häufig wollhaarig sind. So muss man wohl annehmen, dass beim Zwerghund der Azteken, je nach Landesgegend, beide Haatypen vorkamen.

 

Hund der Tolteken und Mayas

Die Geschichte der Chihuahuas enthält viel Legende und wenig gesicherte Wahrheit, und so bleibt es dem Leser überlassen, Dichtung und Wahrheit nach eigenem Gutdünken zu trennen.

 

Nach der einen Version soll der Vorfahre des Chihuahuas ein kleiner Hund namens "Techichi" der Tolteken in Mexico gewesen sein. Was "Techichi" bedeutet, weiß man nicht, vielleicht war es einfach die Bezeeichnung für Hund. Sie, die Tolteken, besiedelten Mexico vor den Azteken und waren ein altes, ackerbautreibendes Kulturvolk, dessen Hauptgottheit, die gefiederte Schlange (Quetzalcoatl) überall in den von Tolteken und Mayas hinterlassenen Tempeln auftaucht.

 

Ausgrabungen in den Toltekensiedlungen Mexicos förderten Tonfiguren und Steinmetzarbeiten zutage, die mit einiger Phantasie chihuahuaähnliche Hunde erkennen lassen. Dieältesten Steinfiguren mit Hundemotiven wurden in der alten Mayastadt Chichen Itza auf der Halbinsel Yucatan gefunden. Die Gründung dieser Stadt fällt in das Jahr 530 n. Chr. Teltekenhunde waren aber offensichtlich größer und kompakter als der heutige Chihuahua.

 

In den berühmten Mayaruinen auf der Halbinsel Yucatan fanden die Archäologen Tonfiguren von stehohrigen Hunden. Über die Größe der lebenden Vorbilder sagen die Funde freilich nichts aus.

 

Die Mexicaner betrachten den heutigen "Perro Chihuahuaeno", der nach dem großen Bundesstaat im innermexicanischen Hochland benannt worden ist, als Produkt einer Keuzung zwischen dem alten Techichi der Tolteken und Mayas und einem aus Asien stammenden, haarlosen Hund.

 

Hund der Azteken

Tolteken und Mayas wurden von den Azteken unterworfen, deren Reich dann später durch die Spanier zerstört worden ist.

 

Nach der Meinung einiger mexicanischer Kynologen soll der Techichi durch Montezuma, den letzten  Herrscher der Azteken (+1520) nach Chihuahua gebracht worden sein. Man will sogar wissen, dass diese Hunde in die freie Wildbahn ausgesetzt wurden, damit sie sich dort schneller vermehrten. Nach Meinung anderer Autoren (R. L. Murray), sollen die Hunde vor den Spaniern, die sie schlachteten, in die Berge gefohen und hier wieder verwildert sein. Hier hätten sie sich mit Präriehunden (einem murmeltierartigen Nagetier) gekreuzt und in Höhlen gelebt. Nach einer anderen Version ist der Chihuahua aus einer Kreuzung zwischen Hund und Eichhörnchen entstanden, vom Eichhörnchen habe er die langen Zehennägel geerbt!

 

Solche Ansichen sind natürlich Unsinn, und dass die Hunde von Mrs. Ida Garrets, eine der ersten Chihauhuazüchterinnen in den USA, Höhlen gruben, ist noch lange kein Beweis für einen "höhlenbewohnenden Zwerghund", denn auch Hunde anderer Rassen graben sich mitunter Höhlen, wenn man sie gewähren lässt.

 

Im Nationalmuseum in Mexico City sind einige Hunde aus früherer Zeit ausgestellt, die einem Chihuahua ähnlich sind. Die Hunde sind sehr klein, haben dünne Beinchen und einen gekrümmten Rücken (daran kann freilich auch der Präparator schuld sein!).

 

Prof.E. Beltran von der Universität Puebla meint, der Chihuahua habe zur Zeit Montezumas gar nicht existiert. Er, oder besser seine Vorfahren, seien von Spanien ins Land gebracht worden sein. Die gehobenen Stände im alten Aztekenreiche hielten zwar Haustiere, sicher auch Hunde, doch mit dem Zusammenbruch der Aztekenkultur verschwanden auch die Haustiere des alten Kulturvolkes.

 

Obwohl über die Hunde der Atzeken - auch von den Spaniern - nichts Schriftliches überliefert worden ist, haben sich viele Berichte, die wohl mündlich weitergegeben worden sind, bis in unsere Zeit erhalten, da der Chihuahua von den Amerikanern als mexicanische Hunderasse entdeckt worden ist.

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